1. Woche: Social Media im philosophischen Unterricht – wie soll das gehen?

Vorbemerkungen Social Media

Als Social Media werden alle Möglichkeiten bezeichnet, das Internet interaktiv zu nutzen, also etwas ins Internet reinzuschreiben, statt nur zu konsumieren. Dazu zählen z.B. Weblogs, Soziale Netzwerke, Bildercommunities, Foren, Wikis (wie Wikipedia) etc. Social Media wird in vielen Lebenssituationen genutzt, auch unsere Schüler nutzen es. Die Frage ist nun, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um es sinnvoll und gewinnbringend im philosophischen Unterricht einzusetzen, welche Tools es gibt (worin die Unterschiede bestehen) und welche Probleme auftreten können.  Aber erstmal langsam – wir nähern uns diesen Themen schrittweise. Da wir nicht mit euch am Computer sitzen, bitten wir euch, bei Problemen, Fragen oder sonstigen Hinderungsgründen ganz schnell mit uns Kontakt aufzunehmen. Das geht am besten über Kommentare hier im Blog. Schließlich wollen wir ja miteinander ins Gespräch kommen.

Medien

Warum sollten wir Social Media im philosophischen Unterricht einsetzen – sollten wir das überhaupt?

Leitmedienwechsel

Unter Leitmedienwechsel versteht man den Wechsel von der Buchgesellschaft hin zur digitalen Lebensweise. Diese wird insbesondere für unsere Schüler in ihrer Zukunft Realität sein. Dazu ein Artikel von Jöran Muuß-Merholz: Leitmedienwechsel – Schule und Lernen in digitaler Vernetzung.

Für Lehrer ergibt sich daraus eine neue Arbeitsweise. Hier hat ein Lehrer seine PLE – Persönliche Lernumgebung (Personal Learning Environment) dargestellt. Bitte denkt im Laufe des Seminars über eure nach.

Die spannende Frage für uns im Seminar wird sein, ob und wie ich all dieses Tools im Unterricht sinnvoll einsetzen kann/sollte – und vor allem, wie diese Tools für den philosophischen Unterricht fruchtbar gemacht werden können, wie sie Reflexionsmöglichkeiten eröffnen.

Dahingehend ist es natürlich spannend, sich einmal anzuschauen, was philosophischer Unterricht erreichen will.

Zuweilen wird in der Fachdidaktik ein eher technikkritischer Standpunkt vertreten:

Christian Zelger: Sapere aude Reloaded

[Es hat sich] gezeigt, dass unter anderem das Internet eine neue Entmündigung des Menschen begünstigt. Erstens: Die ansteigende Digitalisierung von Inhalten jeder Art […] bedingt eine zunehmende Einseitigkeit bei Quellen und Recherchemethoden. Zweitens: Gleichzeitig sind die Vorteile, die diese Technik bietet […] kein Garant für umfassender informierte Menschen […] Drittens: Es gibt genügend stets verfügbare Angebote, die kreative Arbeitsprozesse abnehmen und so die Illusion einer Leistung erzeugen. […]

[D]ie Freiheit als Bedingung für aufgeklärtes Denken wird durch die Vereinnahmung durch […] virtuelle[…] Welten eingeschränkt. […] Eine konstante Ablenkung durch Handys, Computer, Fernsehgeräte und Spielekonsolen, die Spaß und Unterhaltung sofort und ohne Ende versprechen, bedingen eine immer häufiger zu beobachtende Fähigkeit, sich länger als eine Viertelstunde auf eine Sache zu konzentrieren. […]

Im alten Rom wusste man bereits, dass man mit „panem et circenses“ Menschen ruhig stellen und von einem aktiven Gebrauch ihres Verstandes abhalten kann. Das Internet dürfte wohl das größte „Spiel“ überhaupt sein. […] Autonomes Denken braucht Platz – räumlich wie zeitlich -, aber diesen Platz nehmen die elektronischen Medien ein, die die Welt reduzieren – zum Beispiel auf 1280×10224 Pixel und 128 kbps – und oft nur Illusion statt Realität wiedergeben. […] Der Philosophieunterricht sollte hier […] auch einmal gegen den Strom schwimmen, gegen einen blinden Fortschrittsglauben und gegen eine oft unbegründete Technophilie.

(Zelger, Christian: Sapere aude Reloaded – Philosophie-Unterricht als neue Aufklärung. In: Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik. Hannover, Siebert, 2/2008, S. 164-169.)

Aber: Ist damit schon alles gesagt? Sollte sich philosophischer Unterricht tatsächlich von den Medien abwenden, die für Schüler Leitmedien darstellen, diese allenfalls kritisch und argwöhnisch reflektieren?

Arbeitsaufträge

  • Lies den Text sowie die verlinkten Seiten im Abschnitt „Medien“ – sie geben dir einen ersten Überblick über unser Thema.
  • Kommentiere hier im Blog, dass du dabei bist. Schreibe mit deinem Pseudonym, was dich das ganze Semester lang begleiten wird und füge 3 prägnante Schlagworte zu dir hinzu, z.B. bei mir wäre das „Frau Schütze: Lehrerin, Offene Bildungsressourcen und Weblogs.“
  • Fülle unsere Umfrage aus. Sie gibt uns einen Einblick in Vorwissen und Ziele der Seminarteilnehmer und hilft uns damit unser Seminar passender zu euren Interessen zu gestalten.
  • Erinnerung: Maile deine Adresse, mit der du bei Google+ angemeldet bist an Mandy (mandy.schuetze (at) gmx.net) oder Donat (donat.schmidt (at) tu-dresden.de). (Für die Google+-Gruppe.)
  • Positioniere dich zur Frage: „Sollte man das Internet im philosophischen Unterricht nutzen?“ in den Kommentaren.
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34 Gedanken zu „1. Woche: Social Media im philosophischen Unterricht – wie soll das gehen?

    1. undine

      So, ich hatte es woanders schonmal geschrieben,aber da ja alle hier schreiben, scheint es hier wohl besser aufgehoben;)

      In Anbetracht der Tatsache, dass der Ordnungs- und Sachgemäße Umgang mit den Medien inzwischen schon im Vor und- Grundschulalter geübt wird, erscheint es mir durchaus sinnvoll, das Internet auch für den Ethikunterricht zu nutzen. Gerade weil dieser, sowohl von Schülern, als auch von deren Eltern, oft belächelt und als eine Art Lückenfüller angesehen wird. Ein Fach bei dem man leicht und ohne viel Aufwand,aber mit viel Blabla zu guten Noten kommt.
      Dies könnte, wie schon erwähnt wurde, auch schüchternen Schülern Türen öffnen und diese zur Mitarbeit bewegen.
      Da ich später einmal an Berufsbildenden Schulen Unterrichten werde, sehe ich hier aber auch einige ( nicht nur auf das Internet bezogene) Probleme. Zum einen spielt der Ethikunterricht dort eine sehr untergeordnete Rolle, zum anderen scheinen an den Berufsschulen Hausaufgaben, besonders in den Nebenfächern, eher die Ausnahme zu sein. Die Leistungsbereitschaft und das Bildungsgefälle ist zum Teil auch immens.
      Dennoch glaube ich, das man damit viele SuS erreichen kann, die im Unterricht vllt. nicht zu Wort kommen würde. Ich glaube, das dies auch für Lerngruppen, die sich sonst weniger diskussionsfreudig zeigen, eine Chance ist, das Ganze auch mal zu üben. Man kann sich in Ruhe überlegen, was man Aussagen möchte, kann tippen, wieder löschen, die Antworten der anderen nochmal lesen…Im Unterricht muss so eine Antwort ja doch recht schnell kommen und gerade SuS denen es schwerer fällt, kommen dadurch gar nicht dazu, sich zu beteiligen.

      So, nun wünsche ich allen ein schönes Wochenende:)

      Antwort
    1. windrad

      –> Bbs ist Berufsbildende Schulen und LEH Lebensmittel-, Ernährungs- und Hauswirtschaftswissenschaften 🙂

      2. Ich bin auch dabei. windrad: Handy, Gitarre, Kaffee!
      5. Internet & Schule: Hausaufgaben im Ethikunterricht sind verpönt – kaum vorstellbar sind Jugendliche, die auf Kommando zuhause ihr DIN-A4-Blatt mit der Beantwortung philosophischer Fragen füllen. (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel). Mathematikhausaufgaben scheinen da zweckmäßiger. Doch in Anbetracht, dass fast jeder Jugendliche mittlerweile täglich das Internet nutzt, kann es Optionen bieten. Eine spontane Facebook-Gruppe zu einer alltäglichen Frage? Ein Blog, in dem Kursmitglieder selbst Fragen, die ihnen aufkommen, posten & kommentieren können? Je ungezwungener, desto besser. Vorteil: Durch Pseudonyme können auch schüchterne Teilnehmer (u.a.) ihre Ansichten evtl. offener darstellen. Ich befinde das auch insofern gut, als dass die konservative Lernwelt dadurch weiter geöffnet und für ein breiteres Spektrum geboten wird. Trotzdem bin ich der Meinung, dass dieses Angebot nur eine Ergänzung der Unterrichtsinhalte darstellen sollte. Pflichtaufgaben im Netz würde ich verneinen. Es nimmt langsam überhand, dass man nur noch allein am Rechner gluckt…

      Freue mich auf den Kurs!

      Antwort
    2. Neo2.0: Gym Mathe/Phil+Eth: Sterne, Brunnen, Neudenken

      Zuerstmal ich bin dabei 😀 Lehramt Master Gymnasium Mathematik/Philosophie+Ethik: In die Sterne geschaut, in den Brunnen gefallen, aufgewacht und neugedacht

      Wow, dass soll jetzt keine Kritik sein, aber im Zeitalter von Google in genau so einem Blog, hätte ich diese Frage wirklich nicht erwartet, aber daran lässt sich ein Vorteil der modernen Medien direkt zeigen:
      Dauer der Google Suche (Ich kannte die Abkürzung LEH auch nicht): ca. 10 Sekunden
      Dauer der Antwort im Blog: 29min
      Dauer der Antwort im Unterricht: Bis zur nächsten Stunde je nach Zeitpunkt des Lesen des Textes, also bis mehrer Tage
      Rückfragen zu Schülertexten, oder in diesem Fall zu Studentischen Texten lassen sich mit modernen Medien innerhalb von wenigen Augenblicken nehmen und die riesige Menge an verfügbaren Informationen und Wissen lassen sich selbst von den intelligentesten Menschen nicht mehr allein erfassen.
      Meiner Meinung nach ist der schnelle Zugriff auf Wissen eine unabdingbare Notwendigkeit geworden, die die einzige Möglichkeit darstellt, unseren vorhandenen Wissensvorrat effektiv zu erweitern. In der Öffentlichkeit ist oft von „totem Wissen“ die Rede, mit modernen Medien wird der Speicherort dieses toten Wissens aus unseren Köpfen in nahezu unendlichen Speicherplatz der modernen Cloudsysteme verlegt von denen wir jederzeit aktiv totes Wissen abfragen und zu praktische nutzbaren Wissen machen können, wenn wir wissen, wie wir damit umzugehen haben.(in diesem Fall LEH Fachrichtung bei google eingeben)

      Ich sehe auch keinen Konflikt zwischen modernen Medien und der Philosophie. Sicher wird einem viel Denkarbeit abgenommen, aber solange es Menschen gibt, wird es Menschen geben, die sich Fragen stellen und welche, die es einfach nicht tun, weil es einfacher ist.
      Mir persönlich hat der Film „The Matrix“ erst den Einstieg in die Philosophie ermöglicht, denn vorher hatte ich immer gedacht Philosophen seien nur irgendwelche Spinner, die sich Gedanken über unütze Dinge machen und in Brunnen fallen. Aber plötzlich waren Philsophen fliegende Superhelden, die die Welt vor der Matrix retten. Das klingt auf den ersten Blick etwas lächerlich, aber die Möglichkeiten junge Menschen für wichtige Themen, wie das Höhlengleichnis Platons zu begeistern sollte nicht unbedacht verabschiedet werden.

      Antwort
  1. FrauNicoletta: denken, sehen, schreiben

    Hallo!

    Ich mache mal den Anfang.

    Ich bin der Meinung, das Internet sollte in den Ethik-/Philosophieunterricht integriert werden.
    Ganz allgemein muss erst einmal der Umgang damit trainiert werden, am besten so früh wie möglich. Wie beschaffe ich gezielt Informationen? Wie unterscheide ich seriöse Quellen von unseriösen? Warum geht nicht einfach copy and paste? Was ist Cybermobbing und wieso exisitert es? etc.pp. Dies ist nicht nur Aufgabe des Ethikunterrichts, obwohl z.B. der LB 3: „Medien: Ein Spiegel der Wirklichkeit“ der Klassenstufe 7, (LP Gymnasium Sachen) dafür geeignet scheint.

    Schülern die Recherche im Internet zu untersagen, halte ich für unzeitgemäß. Es ist wichtiger, ihnen einen kompetenten Umgang mit Wikipedia, der google-Suche etc. zu zeigen. Innerhalb des Unterrichts sollte dann aber während einer Recherche-Arbeit jedem Schüler ein Platz am Computer gewährleistet sein. Das Arbeiten mit Smartphones im Unterricht halte ich für nicht vertretbar, es schürt soziale Unterschiede und lenkt ab, weil private Apps weiter im Hintergrund laufen und Lehrer darauf keinen Einfluss nehmen können.

    Hausaufgaben, Lerntagebücher oder Präsentationen im Internet, zum Beispiel auf einem klasseninternen Ethik-Blog, finde ich sehr spannend. Auch eine virtuelle Diskussion in einem Chat verglichen mit einer realen Diskussion im Klassenraum stelle ich mir als eine wertvolle Erfahrung vor, da jeder Internetnutzer ja weiß, wie die Hemmschwelle einiger Kommentatoren, Forenschreiber oder Chatter im sicheren Mantel der virtuellen Unsichtbarkeit fällt.

    Als ein Problem sehe ich die Veränderbarkeit hochgeladener Daten. Wie stelle ich sicher oder überprüfe, dass ein Schüler eine Hausaufgabe oder einen Beitrag nicht noch einmal nachbearbeitet hat?

    Die Blog-Arbeit mit Schülern, so wie Mandy es hier dastellt:

    http://may2.wordpress.com/2013/07/14/bewertung-von-weblog-beitragen-1/

    gefällt mir gut. Die Aufgaben, der Anforderungsrahmen und die Bewertungskriterien sind klar. Wenn der Blog über lange Zeit genutzt wird, kann zu verschiedenen philosophischen Themen geschrieben werden. Vielleicht wird der Blog sogar zum Selbstläufer und die Schüler eröffnen eigene Threads, die sich ebenfalls mit unterrichtsrelefanten Inhalten beschäftigen, posten Fotos, Videos etc.
    Klar sollte auf jeden Fall sein, wie die Schüler sich im Blog zu verhalten haben. Regeln müssen vorher bestimmt werden, zum Beispiel: Quellenangaben erwähnen, angemessene Sprache verwenden, keine Beleidigungen…

    Auf eine gute Zusammenarbeit 😉

    Antwort
    1. windrad

      Wow. Stimme dir zu! Vor allem finde ich auch spannend, ein Portfolio oder Ähnliches in Blogform umzusetzen. Das kann ja auch durch peer-to-peer-review mitbewertet und diskutiert werden. Auch gut vorstellbar ist eine Art Minikurs (à la iversity, z.B.) :-).

      Antwort
  2. christine müller

    Hallo, ich bin auch dabei unter dem Namen Christine Müller – Denken ist Tanzen! – Gemeinschaftsschule

    Zu den Texten: eine gelungene Auswahl.
    Ich selbst bin ja, nach einem rhetorisch starken Vortag von Manfred Spitzer zu digitaler Demenz auch noch etwas skeptisch, was Ethikunterricht und das Internet angeht.
    Bis jetzt habe ich meinen Schüler meist davon abgeraten, im Internet zu Philosophie zu recherchieren, vor allem weil ich viele Inhalt für ungeeignet halte (z.B. Wikipedia-Einträge zu Philosophen) – da gefällt mir einfach ein gut gemachtes Buch, das Experten ausgearbeitet haben, besser.
    Aber irgendwie bin ich auch gespannt jetzt auf das Seminar und neue Möglichkeiten.
    Eine große Chance sehe ich vor allem darin, dass jeder zu Wort kommt –
    im Unterricht ist das ja leider nicht immer der Fall.
    Spitzer-mäßig würde ich aber trozdem Blogs u.ä. nur für ältere Schüler einsetzen, bei Jüngeren habe ich einfach das Gefühl, dass es tatsächlich besser ist, in den Wald zu gehen :-), bzw. denke ich, dass die Kleinen sich sonst sehr von der Technik als Technik ablenken lassen und dann gedanklich weniger beim „Inhalt“ sind.

    Bin gespannt! Denn ich habe noch keine Erfahrung mit social media im Unterricht gesammelt.

    Antwort
    1. Arismiles

      Hey,
      in welcher Altersgruppe man Blogs u.ä. einsetzen sollte, finde ich eine spannende Frage. Prinzipiell würde ich sagen, man sollte so früh wie möglich damit beginnen, sodass die Schüler Zeit haben, hineinzuwachsen. Da vor allem die jüngeren Kinder eventuell noch einen beschränkten Zugang zum Internet haben (durch die Eltern), kann man so den verantwortungsbewussten Umgang von Anfang an lernen.

      MfG

      Antwort
  3. Arismiles

    Hallo an alle, ich bin Arismiles (fragen-ordnen-handeln!).

    Ich stimme auch dafür, dass man Social Media in den Ethik- und Philosophieunterricht mit einbeziehen sollte.
    Den wichtigsten Punkt dieser Haltung sehe ich in Bezug zur Lebenswelt und Lebenswirklichkeit der Schüler, welcher auch im Artikel „Leitmedienwechsel“ angesprochen wurde. Je mehr sich der Unterricht von moderner Technik abgrenzt, desto künstlicher wird er. Das bedeutet nicht, dass man nur noch mit dem Internet arbeiten sollte. Die künstliche Lernumgebung bietet ja auch einen „geschützten“ Raum. Trotzdem sollte das Internet fester Bestandteil des Unterrichts werden.
    Die Nutzung von Social Media (kann man eigentlich auch Soziale Medien sagen?) wird meiner Ansicht nach durch die Bonner Erklärung unterstützt (Soziale Kompetenz, Urteilskompetenz, Orientierungskompetenz usw.)
    Weiterhin fordert der Sächsische Lehrplan Medienkompetenz, die eine kritische Reflexion von Medien fordert. Wie soll man als Schüler kritisch über das Internet und dessen Nutzungsmöglichkeiten reflektieren, wenn man es nicht (aktiv im Unterricht) nutzt?
    Außerdem können Unterrichtsmethoden, die auf Social Media basieren, Kreativität fördern und (durch die Nähe zur Lebenswirklichkeit) motivieren.
    Wichtig erscheint mir noch, dass man durch die Nutzung von Social Media eher Methodenkompetenz erlangt, als konkretes und gesichertes Fachwissen. Dafür würde ich eher auf gedruckte Fachliteratur zurückgreifen.

    MfG

    Antwort
  4. tykon

    Hallo an alle,
    ich nenne mich hier tykon: PC-Spieler, Fernsehgucker, Leser.
    Ich denke man sollte ein gesundes Maß finden, wenn es um die neuen Medien geht. Man sollte genau überlegen an welchen Stellen sie den Unterricht bereichern können. Ich sehe das Internet nicht als eine Parallelwelt an sondern einfach als eine Erweiterung unserer Welt und so denke ich, dass die meisten Schlüsselkompetenzen, die im Ethikunterricht vermittelt werden sollen sich auf die Nutzung des Internets übertragen lassen. So denke ich, dass man mit den Kindern nicht unbedingt extra auf Cybermobbing eingehen muss, denn wenn man ihnen schon entsprechende Umgangsformen vermittelt hat, dann werden sie diese auch im Netz einhalten. Genauso denke ich über den Umgang mit Quellen aus dem Internet, wenn man Texte behandelt gehört es dazu diese zu hinterfragen und das Hinterfragen funktioniert immer nach dem gleichen Muster egal ob man ein Buch, einen Zeitungsartikel oder eine Internetseite liest.
    Damit möchte ich mich nicht gegen die Nutzung des Internets aussprechen ich möchte nur betonen, dass man auch mit offline Mitteln den Kindern Kompetenzen vermitteln kann die aus ihnen verantwortungsvolle Nutzer des Internets machen können.

    Antwort
    1. FrauNicoletta: denken, sehen, schreiben

      „So denke ich, dass man mit den Kindern nicht unbedingt extra auf Cybermobbing eingehen muss, denn wenn man ihnen schon entsprechende Umgangsformen vermittelt hat, dann werden sie diese auch im Netz einhalten. Genauso denke ich über den Umgang mit Quellen aus dem Internet, wenn man Texte behandelt gehört es dazu diese zu hinterfragen und das Hinterfragen funktioniert immer nach dem gleichen Muster egal ob man ein Buch, einen Zeitungsartikel oder eine Internetseite liest“

      Ich bin der Meinung, es ist sogar ganz wichtig, diese Dinge zu behandeln. Denkst du wirklich, dass aufgestellte Regeln im Unterricht auch für das Privatleben der Schüler gelten? Ich nicht. Im klasseninternen Blog wird sich dann benommen, woanders wird gemobbt. Wichtig ist ebenso der Umgang mit Online-Recherche. Es gibt viele scheinheilig gute Seiten im Netz. Sie versprechen bestes Wissen und man schenkt ihnen aufgrund ihres perfekten Webdesignes Glauben. Wusstest du, dass hinter einschlägigen Medizin-Ratgeber-Websites gelegentlich die Pharmaindustrie persönlich steht? (http://www.taz.de/!76612/) Solche Fallen müssen diskutiert werden. Gerade der Ethikunterricht sollte doch dafür verantworlich sein, den Schülern einen vorsichtigen Umgang mit dem www beizubringen. Vor allem jüngere Schüler reflektieren den Gebrauch des Internets doch nicht genügend. Da wird Farmville gezockt, youtube geschaut und alles hingenommen, was bei wikipedia steht. Aber nur weil die Google-Suchmachine wikipedia als ersten Hit anzeigt, heißt es noch nicht, dass es gut ist. In der Bibliothek trifft vorher jemand eine Auswahl, welche Bücher wissenschaftlich sind, im Internet darf jeder publizieren und mitmischen (was sicher total gut und demokratisch ist), aber es birgt eben auch mächtige Gefahren und das muss in der Schule unbedingt reflektiert werden, wenn es die Eltern zu Hause nicht tun, da sie vielleicht selbst keine Ahnung haben.

      Schön auch diese Seite mit diesem wundervollen Artikel:

      http://www.eltern-im-netz.net/eltern-fragen-eltern/tochter-auf-dating-portal-entdeckt/

      Einfaches Design, seriöse Domain, pseudo-studierte Autoren und ein gepfegter Ausdruck. Es gibt tatsächlich Menschen, die das dort Geschriebene bare Münze nehmen!!! Hier bedarf es eines ganz genauen Auges. Solche Dinge sollten im Unterricht auf jeden Fall besprochen werden, bevor Lehrer mit Schülern Blogs eröffnen und den Schülern die Gefahren im Netz nicht bewusst sind.

      Antwort
      1. tykon

        Im Unterricht geht es doch nicht nur darum, dass man Regeln aufstellt, die die Schüler dann befolgen. Es geht darum, dass die Kinder gewisse Umgangformen verinnerlichen. Das bedeutet, dass sie wissen warum man seine Mitmenschen nicht mobbt und beleidigt im allgemeinen. Wenn die Kinder gelernt haben mit ihren Mitschülern auf dem Schulhof umzugehen, dann können sie diese Umgangformen auch auf das Internet übertragen. Wenn die Schülerinnen und Schüler trotzdem im Internet ihre Mitschüler mobben, dann bedeutet dies, dass sie diese Verhaltensgrundregeln nicht verinnerlicht haben und sich auf dem Schulhof nur aus Angst vor Strafe an Regeln halten.
        Die goldene Regel habe ich schon in der Grundschule gelernt und auf dem Gymnasium dann den kategorischen Imperativ. Diese Regeln lassen sich natürlich auch auf den Umgang im Internet übertragen.
        Und zu dem Thema Umgang mit Internetquellen. Wenn es um Quellen geht sind immer die W-Fragen zu stellen Wer? Was? Wann? Wieso? Wem? Wenn sich dieses Schema der Quellenkritik eingeprägt hat, dann kann man es auf alle Quellen anwenden und ich denke um das zu üben kann jede Quelle herhalten.

  5. Steffi489

    Hallo,
    zunächst einmal meine drei Schlagworte: Mama, Gymnasium, Medien.

    Einserseits bin ich ein sehr großer Freund von Technik und neuen Medien. Andererseits bin ich selbst Mama und sehe seither viele Dinge mit anderen Augen.
    Im Vorfeld zum Seminar habe ich mich mit anderen Muttis unterhalten und gefragt, wie sie dem Einsatz von neuen Medien z.B. durch die Nutzung von Netbooks, Tablets etc. gegenüber stehen. Viele waren zunächst skeptisch und verunsichert. Und genau hier liegt auch ein großes Problem unserer Gesellschaft. Es ist heute so gut wie unmöglich ohne moderne Medien auszukommen. Doch gerade das stellt viele Eltern und Lehrer auch vor neue Herausforderungen. Unsere Kinder wachsen mit Fernsehr, Konsole, Smartphone etc. auf. Selbst meine kleine Tochter weis schon ganz genau, welche Tasten sie drücken muss um den Fernsehr etc. zu starren. Wir haben ihr dies jedoch nie gezeigt. Wir als Eltern und Lehrer sind entsprechend verunsichert. Wie viel Zeit am Pc o.ä. ist ab wann angemessen? Ab wann kann ein Kind ein eigenes Smartphone bekommen etc. ? Wir müssen uns diesen Fragen stellen, ob wir wollen oder nicht.
    Ich persönlich bin sehr für den Einsatz neuer Medien im Unterricht. Einerseits müssen Schüler heute den verantwortungsvollen und sinnvollen Umgang damit lernen, andererseits erleichtert uns Technik auch die Arbeit. Ich denke hierbei z.B. an den Einsatz von Tablet und Beamer als Tafelersatz.
    Gerade im Ethikunterricht ist der Lebensweltbezug sehr stark ausgeprägt. Daher dürfen wir uns nicht verschließen und müssen geeignete Wege finden Schülern den Umgang, die Gefahren und die Möglichkeiten neuer Medien zu zeigen. Dabei bin ich immer wieder der Meinung „Die Dosis macht das Gift.“.

    Antwort
  6. sopieellis

    Hallöchen! Ich nenne mich hier mal sopieelis und folgende Schlagwörter treffen auf mich zu: Architektur, Kommunikation und Koffein 😉

    Die vorhergehenden Kommentare haben schon viele Themen angesprochen, ich stimme auch dem Potential des Internets im Unterricht zu. Doch muss man sich den „Gefahren“ bewusst sein, damit die Schüler davon lernen können. So ist eine Aufklärung über das Thema Cybermobbing jetzt genauso wichtig, wie das Mobbing im realen Leben. Ich denke man muss konsequent sein und auf Werte und Normen „pochen“, wie auch im Unterricht. Natürlich beginnt das mit einer Aufklärung über die Regeln und „endet“ mit sofortigem löschen unangemessener Kommentare, meiner Meinung nach.
    Wichtig finde ich hier aus das gegenseitige Austauschen von Wissen auf Schüler -Lehrer-Ebene. Ich konnte in meinem Praktikum (Berufsschule) wichtige Informationen von den Schülern bekommen, wo sie sich privat im Internet so umsehen, auf welchen Blogs,… welche Apps sie nutzen,… von denen ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Und andersherum konnte ich den Schülern zeigen, dass Wikipedia eben nicht nur die einzige Seite ist, um Informationen zu beschaffen, wie Ethik auch mal ironisch oder lustig gesehen werden kann und welche Videos bei Youtube zum Thema führen.

    Die Nutzung von Smartphones im Unterricht ist für mich ein sehr schwieriges Thema. Benutzung im Unterricht geht überhaupt nicht, vor allem weil man so mit den meisten Hausordnungen der Schulen in Konflikt gerät und bestimmt auch schnell mit den Kollegen. Ich muss für mich noch einen Weg finden, damit umzugehen, wenn die Schüler vor Langeweile die Handys rausholen. Gerade bei den älteren Schülern wird das immer mehr zum Problem. Ich habe im Praktikum bei Hospitationen erlebt, wie Schüler die Hausaufgaben abfotografiert haben (es gibt kein Hausaufgabenheft mehr), wie Teile des Unterrichts aufgenommen wurden (damit die Schüler schlafen konnten) und es Diskussionen unter den Kollegen gab, über eine Klasse, die vor Unterrichtsbeginn alle ihr Handys beim Lehrer abgeben müssen, weil man sonst nicht Unterrichten kann. Ich würde mich freuen, wenn wir auch das zum Thema machen könnten. Mit eventuellen Lösungsansätzen oder Vorschlägen.

    Blogs für die Hausaufgaben zu benutzen finde ich eine tolle Idee, so kann man sich auf einer ganz anderen Ebene austauschen, bekommt vielleicht schneller ein Feedback und bekommt schüchterne Schüler auch mal zum „Reden“ in der Öffentlichkeit.
    Die Kontrolle von Hausaufgaben und deren Quellen sind natürlich auch ein schwieriges Thema, man kann als LehrerIn nicht überall seine Augen im Internet haben und kennt wahrscheinlich nicht alle Seiten. Wenn ich mich an meine eigene Schulzeit erinnere, war ich glücklich, wenn der LehrerIn nicht bemerkt hatte, was alles abgeschrieben war. Und man findet immer neue Wege 😉 Deswegen denke ich auch, das ein Austausch mit den Schülern eben wichtig ist, damit man weiß, auf welchen Seiten sie sich so bewegen und was für Quellen genutzt werden. Das Mittel des Blogs ist da wieder toll, wenn die Schüler vielleicht als Aufgabe Informationen beschaffen sollen und nur den Link dazu als Kommentar veröffentlichen,… Ich stimme auch Arismiles zu, dass ein Umgang mit Technik erlernt werden muss, damit es nicht zu einem „Ding“ oder andauernd falsch verstanden wird. Eine Integration ist wichtig, aber sollte nicht zur Hauptaufgabe werden.

    Antwort
  7. Maddy

    Hallöle! Drei Schlagworte: YouTube, Freiräume, Mathematik
    Ich bin auch mit dabei, und mir stellt sich weniger die Frage nach dem „ob“ der neuen Medien im Philosophieunterricht, sondern vielmehr die Frage nach dem „wie“. Natürlich kann davon ausgegangen werden, dass alle Schüler mit dem Internet vertraut sind und Blogs bieten- wie schon erwähnt – eine ungezwungene Atmosphäre, was für Diskussionen enorm von Vorteil ist, jedoch wieviel dürfen wir als Lehrer von den technischen Gegebenheiten im Elternhaus voraussetzen?
    Außerdem ist es wichtig, das Medium nicht mit dem Gegenstand zu verwechseln und die Aufgaben des Informatik- und Philosophieunterrichts nicht zu vermischen.

    Antwort
    1. FrauNicoletta: denken, sehen, schreiben

      „Außerdem ist es wichtig, das Medium nicht mit dem Gegenstand zu verwechseln und die Aufgaben des Informatik- und Philosophieunterrichts nicht zu vermischen.“

      Aber die Arbeit mit dem Netz wäre auch ein schöner Ansatz für fächerverbindende/fächerübergreifende Projekte. 😉 Zum Beispiel die Programmierung eines Philosophie-Lexikons oder so.

      Antwort
      1. Maddy

        Da hast du Recht, das ist tatsächlich eine tolle Idee für ein Projekt. Doch bin ich nach wie vor der Meinung, dass vor allem das Medium dem Gegenstand dienlich sein sollte und nicht umgekehrt vor allem im „normalem“ Unterricht (ohne Projekt) … Das ist nur eine Gefahr auf die ich hinweisen wollte. Die Arbeit mit dem Netz ist meiner Meinung nach sehr essentiell im heutigen Schulalltag.

    2. FrauSchuetze Autor

      Hallo,
      zur Frage nach den technischen Voraussetzungen möchte ich gleich mal antworten: im Normalfall hat jede Schule mindestens einen Computerraum oder Computerarbeitsplätze, an denen die Schüler selbst arbeiten können.
      Bisher hatte ich noch keinen einzigen Schüler, der sagte: ich habe keinen Computer zu Hause. (Langsames Internet war da schon eher ein Problem – diese Schüler waren dann im Computerraum)

      Antwort
  8. Tino F.

    Grüße euch. Bin ebenfalls gern dabei. Ich bin im ersten Semester Master mit den Fächern Ethik/Philosophie und Geschichte: Tino F. (offen, ehrlich, Menschsein).
    Die Frage, ob man das Internet mit vielen seiner Facetten im (Philosophie-)Unterricht nutzen sollte ist meiner Meinung nach mit JA zu beantworten. Die Frage ist nur, wie bei vielen Technologien, in welchem Umfang. Fakt ist, dass so ziemlich jeder Haushalt heutzutage einen Internetzugang besitzt (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/13070/umfrage/entwicklung-der-internetnutzung-in-deutschland-seit-2001/) und somit inzwischen ein nicht unerheblicher Teil der Personen einen Teil des Lebens online verbringt. Internet ist sozusagen inzwischen ein fester, nicht mehr weg zu denkender Bestandteil der Lebenswelt einer Person, insbesondere eines jungen Menschen, der mit diesem mehr oder weniger aufgewachsen ist „und es nicht anders kennt“. Mit diesem Gedanken sollte man sich anfreunden und ihn zu nutzen wissen, um einen verantwortungsbewussten Umgang damit lehren zu können und sich nicht in Aussagen von „kulturpessimistischen Verfall“ verlieren. Wie weltfremd muss einem Schüler heute die Schule erscheinen, in der Internet oftmals komplett ausgeschlossen wird?! Sei es durch ein permanentes Verbot der Nutzung von (internetfähigen) Handys auf dem gesamten Schulgelände, welches in der Hausordnung verankert ist. Oder seien es Anordnungen wie in Baden-Württemberg, die den Lehrern die dienstliche Nutzung von Sozialen Netzwerken im Dienst strikt untersagen („offiziell“ aus datenschutztechnischen Gründen). Das (Überhaupt-)Nicht-Nutzen von Internet, ja sogar Verbote macht Schule für den Schüler ein Stück weit unattraktiv, vielleicht sogar nur noch zur lästigen Pflicht. Wie Jöran in seinem Artikel ausführt, ist das Internet und seine Entwicklung keine Modeerscheinung, sondern ein permanenter Wandel. Genauso wie wir die Erfindung des Buchdruckes und die dadurch resultierende bessere und demokratischere Verbreitung und das Zugänglich-Machen von Wissen heute als selbstverständlich und als Segen ansehen, bietet uns auch das Web 2.0 Möglichkeiten unser Leben zu verbessern. Aber alle Chancen bergen logischerweise auch Risiken in sich. In kann mir vorstellen, dass gerade diese, Gründe für die breite Ablehnung von Internet im Schulunterricht sind und sich z.B. in Ängsten wiederspiegeln. Unter Umständen die Angst als Lehrerperson ersetzt zu werden oder die Angst eigene Defizite offenzulegen (siehe pädagogische Defizite bei Jöran). Oder das Bewusstsein vor der Gefahr vor Cyber-Mobbing als neueste perfide Auswüchse der menschlichen Existenz. Solche Ängste müssen meiner Meinung nach mehr (oder überhaupt erst einmal) in Lehrerfortbildungen oder im Unterricht aufgegriffen werden und Aufklärung geleistet werden. Ich persönlich bin (noch) kein Mensch der ausgiebig selbst bloggt, twittert oder übermäßig auf FB umtriebig ist oder nun alle Bilder in einer Community mit anderen teilt. Muss man ja auch nicht. Aber letzten Endes bin ich mir doch bewusst, dass dies nun mal der Lauf der Zeit (Entwicklung) ist und man sich dem nicht verschließen, sondern vielmehr damit auseinandersetzen sollte. Das Internet bietet unterm Strich vielfältiges Potential für den Unterricht, indem es diesem Möglichkeiten bietet, noch facettenreicher zu sein, viel aktuellere Lebensweltbezüge für den Schüler herzustellen, einen intensiven Austausch anzuregen oder einfach die Schüler noch einmal anders positiv motivieren zu können. Wie sehr man das Web 2.0 in den Unterricht (oder auch sein eigenes Leben) integriert, gilt es abzuwägen. Wie gesagt, es ist eine enorme Chance, aber keine Notwendigkeit ein Mittelpunkt zu sein. Dahingehend freue ich mich sehr auf das Seminar, um in die ein oder andere Nutzung von Internet hineinschnuppern zu dürfen und vor allem, um sich mit vielen der Chancen und Risiken auseinandersetzen zu dürfen.

    Antwort
  9. Pawlow

    Hallo,
    auch ich bin dabei und nenne mich hier mal Pawlow. Meine drei Schlagwörter sollen sein: Fußball, Bier und Transzendenz.
    Nun zu meiner Positionierung. Ich denke jeder der an diesem Seminar teilnimmt, wird die Überzeugung vertreten, dass das Internet mit all seinen Möglichkeiten in irgendeiner Weise in den Unterricht eingebunden werden sollte. Die Motivation dafür kann unterschiedlich sein: Einerseits haben sicher die Meisten von uns gemerkt, wie wenig Interesse Lehrerinnen und Lehrer zu unserer Schulzeit an Social Media gezeigt haben, obwohl schon damals deren Möglichkeiten auch für die Schule enorm waren. Andererseits wachsen SchülerInnen heute noch viel selbstverständlicher damit auf, als wir es noch taten und ein Großteil wird sich auch jetzt schon besser darin auskennen als wir.
    Das man diese also nutzen will und sollte scheint mir klar. Nur schließen sich daran viele Fragen an, deren Klärung ich mir im Seminar erhoffe. In den vorherigen Kommentaren wurde es ja schon angedeutet: Welche Möglichkeiten bietet das Internet beispielsweise für die Abwicklung alltäglicher (Haus-)Aufgaben. Wie müssen Blogs dafür (Bsp. jener von Frau Schütze) gestaltet sein? Eine weitere Idee wäre zum Beispiel ein Wiki das mit den SchülerInnen dauerhaft aktualisiert wird und quasi als „Endprodukt“ auch online bleibt und so dauerhaften Rückgriff auf das erarbeitete Wissen eines Schuljahres für die SchülerInnen ermöglicht.
    Eine andere Geschichte wäre es, das Internet nur für kleine Projekte zu nutzen und nicht dauerhaft den Kontakt zwischen und mit den Schülern über das Netz zu suchen. Meine Frage hierzu wäre, welche „Tools“, Seiten etc. sich besonders dafür eignen.
    Einen besonderen Punkt stellt der Umgang und die Nutzung mit dem Internet im Allgemeinen dar. FrauNicoletta hat ja den Umgang mit Internetquellen (Bsp. Wikipedia) oder das große Thema Cyber-Mobbing schon genannt. Ich denke auch, dass mit SchülerInnen zunächst Grundlagen erarbeitet werden müssen, ehe man kurz- oder langfristige Projekte umsetzt.
    Um den ersten Eintrag nicht zu lang werden zu lassen, noch ein letzter Punkt, den ich aber am interessantesten finde: Welche Rolle sollte die Lehrperson bei all dem einnehmen? Ist man eher Lenker und Leiter von Projekten im Netz oder eher Moderator bei Aktivitäten die die SchülerInnen selbst organisieren? Wie wahrt man weiterhin die eigene Autorität, wenn das Internet solche „Barrieren“ doch gerade abbaut. In diesem Aspekt finde ich es beispielsweise gefährlich SchülerInnen nur durch Pseudonyme teilnehmen zu lassen. Dadurch wird meiner Meinung zu sehr die Möglichkeit des Missbrauchs der zur Verfügung gestellten Möglichkeiten eröffnet. Gerade wenn kein persönlicher, direkter Kontakt erfolgt sollte klar sein, wer welchen Beitrag geliefert hat, schließlich geht es immer noch um die Nutzung des Internets für schulische Zwecke. Die Funktion der Social Media, SchülerInnen die Teilhabe zu vereinfachen wird denke ich trotzdem gewahrt.

    Antwort
  10. EpicKur

    Verspätet aber endlich da. Ich bin hier als EpicKur am Start und bin extrem gespannt auf die Dinge, die ich hier lernen kann. Meine Schlagworte: Hobbygärtner, kritisch aufgeschlossen, Espresso-Experte.

    Ich hoffe ihr habt das Wortspiel in meinem Nickname entdeckt! 😉

    Leider muss ich sagen, dass in den Kommentaren einfach zu viel Text steckt, um auf die Schnelle alle Inhalte davon aufsaugen und zuordnen zu können. Das liegt aber daran, dass ich nachgekleckert bin und gegen eine virtuelle Informationswand gelaufen bin. Wozu ich mich äußern will, ist aber die Sache mit den Pseudonymen. Ich seh das etwas kritischer, als Windrad. Denn genau das kann auch schnell dazu führen, dass sich Personen hinter ihrem Nick verstecken und meinen von Umgangsformen entbunden zu sein. Ich denke, ich muss das nicht weiter ausführen, ihr wisst was ich meine. 🙂 Respekt auch im Netz!!

    Und was den Umgang des Web 2.0 im Unterricht angeht, bin ich Freund des guten alten Mittelmaßes. Eine gesunde Portion QERTZ und ein gespitzter Bleistift sollten sich zur Auseinandersetzung mit philosophischen Inhalten gut ergänzen können.

    Und solch ein Seminar hat klare Vorteile. Ich bin in der Lage mich konstruktiv zu beteiligen, sobald ich Zeit dazu habe (in diesem Falle 22:58 Uhr – eine undenkbare Zeit für ein „normales“ Seminar).

    Klasse Sache!

    Guts Nächtle,
    EpicKur.

    Antwort
    1. Maddy

      Gut das du es ansprichst mit dem Text! Mir ging es genauso, ich bevorzuge auch eher knappe prägnante Standpunkte, vor allem da man nicht jeden Tag online ist und es öfter vorkommen wird, dass wir etwas nachzuholen haben.

      Antwort
    2. windrad

      Hallo EpicKur,

      bin wie Maddy auch ganz deiner Meinung, dass es viel zu unübersichtlich wird, wenn wir hier unsere Statements als Kommentare posten und diese dann Diskussionsgrundlage sein sollen. Danke auch für deine Anregung zu den Nicknamen. Was du dazu sagst, kann man nahezu auf jeder Plattform nachvollziehen. Da wird über die Autoren hergezogen usw. das kann ich auch nicht befürworten.

      Dem gegenüber steht, dass im Internet eine gediegene Öffentlichkeit herrscht und daher sich jeder dieses Schutzes durch ein Synonym bedienen können sollte. Und die Umgangsformen, die du und ich und sicher auch noch etliche andere hier für richtig halten, stellen trotz allem keine Gesetze dar. Es gibt allerdings die Meinungsfreiheit.
      Entscheidend kann daher nur der Blick auf uns selbst sein: d.h. zum einen, welche Teile der Diskussion sind moderat genug, dass wir auf diese eingehen und zum anderen, inwieweit nutze ich selbst die Anonymisierung (aus)? Ich sehe in diesem Sinn ganz viele Schwierigkeiten für die schulische Nutzung, weil gerade in der Pubertät Schwerpunkte der Lernenden vielfach verschoben zu den Anforderungsprofilen von Schule sind. Sie könnten sich bei einem dummen Kommentar eines Mitschülers stundenlang aufhalten und in Einzelheiten verlieren, die mit der eigentlichen Fragestellung nichts mehr zu tun haben.

      Komm gut in die Woche!
      windrad

      Antwort
  11. Alex H.

    Hallo zusammen,

    Ich bin ebenfalls dabei. Alex H.: klettern, reisen, leben!

    Eines der wichtigsten Ziele des Ethikunterrichts ist es, die Schüler in den sieben, uns zur Verfügung stehenden Jahren gesellschaftsfähig zu machen. Aber was ist die Gesellschaft heute, oder vielmehr: wo trifft sie sich? In der heutigen Zeit kann man diese Frage wohl recht oft mit „Im Netz!“ beantworten. Schon zu meiner Schulzeit kannte sich ein Teil der Klasse besser durch Online-Rollenspiele und Kommunikation im Internet, als durch Unterhaltungen in der Schule.
    Heute dürfte es ziemlich schwer sein, einen Schüler zu finden, der in keinem sozialen Netzwerk angemeldet ist oder in anderer Form über das Internet kommuniziert. Damit wächst auch eine ganz neue Verantwortung des Ethikunterrichts. Denn wie bereits angesprochen und in zahlreichen Foren unschwer zu erkennen, werden soziale Umgangsformen im Internet oft vernachlässigt. Die Anonymität im Netz trägt sicher Ihren Teil dazu bei, dem stimme ich zu. Doch sind sie nicht allein dafür Verantwortlich.
    Somit bin ich der Auffassung, das man das Internet im Philosophischen Unterricht nutzen sollte, um dem Zeitgeist gerecht zu werden und auf die Probleme der Web-Kommunikation eingehen zu können.

    Antwort
  12. Dida

    Hallo, ich nenne mich hier Dida und meine Schlagworte sind: Kinderbetreuung, Heimat, Student.
    Ich war tatsächlich lange Zeit nicht von den neuen Medien (auch außerhalb des schulischen Kontextes) zu begeitsern, hatte den Zweifel, dass die sozialen Umgangsformen darunter leiden werden. Doch inzwischen bin auch ich davon überzeugt, dass die Social Media nicht nur Nachteile, sondern auch viele Vorteile bringen (und wie in dem Text „Leitmedienwechsel“ so schön stand, ist es keine Modeerscheinung, man MUSS also mehr oder weniger lernen damit zu leben).
    Ein Problem könnte sein, dass die neuen Medien durch den Einsatz im (Philosophie-)Unterricht für die Schüler unattraktiv werden, da sie damit eher ihre Freizeit verbinden. Möglicherweise ist einigen die Abwechslung zwischen Büchern, Heften, Vorträgen etc. in der Schule und Social Media in der Freizeit wesentlich lieber.
    Im Ganzen finde ich die Einbeziehung der neuen Medien im Philosophieunterricht aber sehr interessant, auch wenn ich es selbst noch nicht (weder als Schüler noch als Praktikant) erleben durfte. Twitter zum Beispiel bietet meiner Meinung nach einen Anreiz, besonders moralische oder politische Thesen aufzustellen, die dann zur Diskussion im Klassenraum ausgeweitet werden können. Durch die nur 160 zur Verfügung stehenden Zeichen kann eigentlich nur kurz und prägnant eine Aussage gemacht werden, die die Schüler dann mit eigenen Gedanken hinterlegen oder -fragen können.
    Ich denke auch, dass der Lehrer durch den Einsatz der Medien im Unterricht die Möglichkeit hat, den Umgang mit eben diesen zu sensibilisieren, sprich auf Cybermobbing aktiv aufmerksam zu machen und den Schülern „gepflegte“ Umgangsformen im Netz beizubringen.

    Antwort
  13. FrauSchuetze Autor

    Hallo,
    Wir stellen die Arbeitsaufträge am Dienstag früh online. Dann habt ihr bis Samstag Zeit, diese zu erfüllen. Übers Wochenende machen wir eine Zusammenfassung / einen Rückblick – je nach Aufgabenstellung. (Stand in der Anfangsmail)
    Viele Grüße,
    Mandy

    Antwort
  14. Jan Sandow

    Hallo Zusammen!

    Ich schließe mich wahrscheinlich als Letzter unserer Runde an, hoffentlich nicht als das Letzte ;). Mein spätes Erscheinen bitte ich zu entschuldigen, aber in unserem Studiengang geht es gerade ein bisschen drunter und drüber, daher brauchte ich erstmal ein bischen Zeit, um mich zu orientieren und die Muße zu finden einen sinnvollen Beitrag in diesem Blog zu verfassen :). Auftreten tue ich hier unter dem Synonym Jan Sandow. Drei Schlagworte zu mir: Politik- und Sozialwissenschaftler, Exilmecklenburger, Floorballer.

    Zur Frage, ob der Philosophie- bzw. Ethikunterricht (beide Begriffe für diesen Beitrag mal als Substitut verwenden) mit den Inhalten des Webs 2.0 verbunden werden sollte, würde ich die Gegenfrage stellen: Ob das „sollte“ nich durch ein „muss“ zu ersetzen ist? Denn letztlich ist die Aufgabe eines modernen Ethikunterrichts die Schüler zum Aufbau eines funktionstüchtigen Weltbildapparates zu befähigen. Dabei Teile der Wirklichkeit auszublenden, kann in keinem Falle hilfreich sein und wie der Artikel „Leitmedienwechsel“ zeigt, handelt es sich beim Web 2.0 nicht um eine Modeerscheinung. Allerdings gehört zu dieser Wirklichkeit dann natürlich auch der gute alle Bleistift: Sprich, wie es einige meiner Vorredner schon gesagt haben, die Mischung machts.

    Dabei glaube ich spielt es keine Rolle, ob diese Kompetenzen an Kinder zu vermitteln sind oder im Bereich der Erwachsenenbildung (mögliches Berufsfeld für mich ;)). Denn ich kann mich noch gut daran erinnern, dass unserer Informatiklehrer immer mittleidig von seinen Kollegen belächelt wurde, wenn er darüber sprach, dass es wichtig sei Netzkompetenzen zu vermitteln.

    Liebe Grüße
    Jan Sandow

    Antwort
  15. Basti

    Hallo,
    ich bin ein wenig verspätet in das Seminar gestartet. Daher will ich den ersten Arbeitsauftrag noch nach holen. Daher bin ich jetzt wahrscheinlich der letzte 🙂

    Meine 3 Schlagworte: Masterstudent, interessiert an neuen Medien, Reisen

    Der Einsatz des World Wide Web im Unterricht finde ich sehr interessant und spannend. Als ich in der Position des Schülers war, gab es bei mir nur Overheadprojektor, TV & Video als „fortschrittliches“ Medium. Im Laufe der Zeit hat sich das Grundlegend geändert. Durch meinen fehlenden Umgang mit dem Web 2.0 und die nicht vorhandene Praxiserfahrung, kann ich nicht viel zu der Eingangsfrage sagen. Ich könnte mir das gut vorstellen, dass mit dem Einsatz verschiedenen Plattformen der Unterricht offener und abwechslungsreicher gestaltet werden kann. Ob und wie das am besten gelingt, erhoffe ich mir durch das Seminar.

    Ich hoffe, dass ich in den nächsten Arbeitsaufträgen mehr schreiben kann.
    Bis dahin verbleibe ich mit freundlichen Grüßen.

    Basti

    Antwort

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