4. Woche – Wikis im philosophischen Unterricht

Vorbemerkungen

Bei Weblogs ist es schwierig, Beispiele online zu finden, bei Unterrichts-Wikis ist das sogar noch schwieriger. Aber von Anfang an: Wikis sind Webseiten, auf denen Nutzer Informationen gemeinsam zusammentragen und publizieren. Das bekannteste Beispiel für solche kollaborativ gestalteten Informationsseiten ist Wikipedia. Die Wiki-Software bietet aber noch viel mehr Möglichkeiten, als nur ein Lexikon zu gestalten. So können beispielsweise Schüler das Wichtigste aus einem Projekt oder Kurs diskutieren, strukturieren und dokumentieren.

Medien

Was ist ein Wiki?

Teil 1:

Teil 2:

  Wikis im Unterricht

Kleine Anmerkung am Rande: Dass die Wikis alle recht gleich aussehen, liegt daran, dass ihnen allen die Mediawiki-Software zu Grunde liegt. Diese Software steckt auch hinter der Wikipedia. Es gibt weitere, auch weitaus leichter zu bedienendere, aber Mediawiki hat sich inzwischen sehr stark verbreitet. Jedes Wiki hat seine eigene Syntax (=Schreibweise) für bestimmte Befehle. Eine andere Darstellung ermöglicht z.B. Wikispaces oder Dokuwiki (als Beispiel Herr-Kalt.de )

Erfahrungen mit Wikis

Exkurs: Lernpfade

In Wikis gibt es die Möglichkeit Lernpfade und Unterrichtsideen recht schnell zu erstellen und zu veröffentlichen. Als Beispiele sei hier der Lernpfad zu den römischen Zahlen (viel zum Spielen & Ausprobieren) und zum Utilitarismus (mehr Text) vorgestellt. Diesen Möglichkeiten werden wir uns in einer späteren Woche etwas ausführlicher widmen.

Arbeitsaufträge

  1. Schau dir die Wikis sowie die Erfahrungen mit Wikis an.
  2. Melde dich im ZUM-Wiki an und gestalte deine Benutzerseite: Verlinke zu unserem Seminar (interner Wiki-Link), verlinke dein Weblog (externer Wiki-Link) und erstelle ein Quiz/ Rätsel/ Puzzle zu einem Unterrichtsthema deiner Wahl (Hilfe-Spickzettel).
  3. Beurteile in einem Weblogbeitrag die Möglichkeiten von Wikis im Unterricht – auch im Vergleich zu Weblogs.

Nachtrag: Fragebogen

Ein wenig enttäuscht sind wir darüber, dass nur so wenige von euch an dem Fragebogen für Mandys Schüler mitgearbeitet haben – stellt es doch eine gute Gelegenheit dar, einmal mit den Leidtragenden von Weblogs in direkten Kontakt zu kommen. Daher bitten wir euch, noch einmal den Fragebogen zu überarbeiten. Am Ende sollte er von den Schülern in 5 min ausgefüllt werden können (Lesetempo der Schüler beachten!).

Bei Fragen, Problemen, etc. bitte Handzeichen in der Google+-Gruppe, dann kann ich bei Bedarf per Hangout einiges erklären.

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15 Gedanken zu „4. Woche – Wikis im philosophischen Unterricht

  1. christine müller

    Die Wikis sind interessant. Ich merke aber richtigen Widerwillen bei mir, wenn die Seiten dann zwar schick aussehen, aber Inhalte aus meiner Sicht dann nicht korrekt sind, sei es eine Kleinigkeit wie hier http://www.pius-gymnasium.de/wiki/Mensch_und_Freiheit – wo Rousseaus Vorname einfach fürchterlich wiedergegeben ist, sei es grobe Vereinfachung bei vielen Themen o.ä. Ich befürchte einfach, dass Schüler dann vieles einstellen, Protokolle usw., was teilweise auch fehlerhaft ist und ich als Lehrerin kann ja nicht alles vorher durchgucken und ggf. korrigieren. Am Ende wird dann vielleicht etwas Falsches weitergegeben oder für die Klausur gelernt. Gab es dieses Problem bei dir einmal, Mandy? Oder guckst du vorher alles durch (viel Arbeitsaufwand)??? Viele Grüße!

    Antwort
    1. FrauSchuetze Autor

      Liebe Christine ;),
      Ganz ehrlich: mit der Zeit wird man entspannter was Rechtschreibung und Grammatik betrifft (ich weiß, du als Germanistin siehst das sicher nicht so gelassen). Wenn zu viele Rechtschreibfehler drin sind, weise ich die Schüler im echten Leben darauf hin, dass sie nachbessern sollen. (Meine Wikiarbeit hatte einen ähnlichen Bewertungsbogen wie das Weblog, d.h. Rechtschreibung / Ausdruck / Grammatik werden durchaus auch mit bewertet.) Im Wiki war es teilweise so, dass einzelne Schüler viel bei anderen ausgebessert haben (weil sie Spaß daran hatten, weil es geht, weil sie eher fertig waren, o.ä.) Generell: Ich lese alles (mindestens) quer, was die Schüler schreiben – auch um Verstöße gegen geltende Gesetze auszuschließen, v.a. aber, weil es mich interessiert. Wie gesagt, ich gebe keine Hausaufgaben (die ich lesen müsste, die NUR ich lesen müsste) und schreibe auch keine Tests o.ä. nur die geforderte Klausur plus Weblog / Wiki plus mündliche Leistung.
      Wenn Inhalte wirklich falsch sind, schreibe ich Kommentare oder bespreche das in der nächsten Stunde. (Außerdem stimme ich mit meinen Kursen in der Oberstufe vor jeder Klausur ab, ob sie mit Hefter (= ausgedrucktes Weblog + eigene Zusammenfassungen / Gedanken /Sortierungen) oder ohne Hefter geschrieben werden. Da sind auch die anderen oft daran interessiert, dass alles stimmt – notfalls wird selbst verbessert.) Inhaltlich reduziert werden muss immer. Manchmal ist das sehr schmerzhaft für die Philosophen-Seele 😉

      Viele Grüße!

      Antwort
  2. EpicKur

    Wie sieht das eigentlich in deiner Unterrichtspraxis aus? Spielt sich das ganze im Unterricht ab oder werden die Web.2.0 Projekte zusätzlich in Heimarbeit erfüllt? Denn der Zeitaufwand ist, zumindest bei mir, schon sehr groß. Soviel Einsatz kann man ja als Hausaufgabe den Schülern kaum abverlangen oder?

    Antwort
    1. FrauSchuetze Autor

      Guten Morgen,
      erstmal eins vorweg: du hast jetzt unglaublich mehr Aufwand als meine Schüler, weil du in alle Tools reinschnupperst. Meine Schüler arbeiten mit einem – also entweder mit Wiki oder mit Weblog. Ich habe meinen ganzen Unterricht im selben Raum, er verfügt über ein interaktives Whiteboard mit angeschlossenem Laptop (und Internetzugang!) und über 6 Computer zur individuellen Arbeit am Rand des Raumes.
      Die Arbeit findet teilweise in der Schule statt (z.B. bei den Gruppenarbeiten zum Menschenbild aus Sicht der verschiedenen Wissenschaften – statt Plakaten, Handout oder Folien machen wir eben Weblogeinträge.) oder zu Hause (der Bewertungsbogen bei der Weblogaufgabe letzte Woche legt z.B. genau fest, was zu tun ist – diese Aufgabe besteht für ein ganzes Halbjahr – dafür gebe ich keine Hausaufgaben). Es dauert am Anfang der Oberstufe eine Weile, bis alle angemeldet sind und wissen, was wo zu klicken ist, aber wenn es läuft, schreiben viele auch mehr als gefordert ist – oder beteiligen sich an Diskussionen, die auch recht lang werden können. Zur Zeit sind ja 3 Kurse in dem einen Weblog aktiv, da tut sich einiges.
      viele Grüße,
      Mandy

      Antwort
      1. christine müller

        Dankeschön für deine Antwort – viele Argumente kann ich ganz gut nachvollziehen. Nun stellt sich für mich aber noch eine andere Frage: dein Ethikkurs bis 2012 hat das Wiki geführt, nun beginnt ein neuer Kurs danach und der kann dann nicht gut das Gleiche noch einmal machen, oder? Machst du für den neuen Kurs dann ganz andere Aufgaben? Viele Grüße!

      2. FrauSchuetze Autor

        Das ist ja gerade das schöne: alle Informationen stehen sowieso schon im Internet (und im Wiki auch gut geordnet und von Schülern formuliert), wir brauchen eine neue Aufgabenkultur. Das wandelt sich langsam, die Schüler müssen die Informationen zu anwendungsbereitem Wissen machen. Dafür braucht es andere Aufgaben als bisher. Außerdem hoffe ich darauf, irgendwann einige der notwendigen Basisinformationen in Form eines Flipped Classroom auszulagern und mich auf die Diskussion bzw. die Einübung von Kompetenzen (Textarbeit, Argumentieren, etc) im Unterricht zu konzentrieren.

      3. EpicKur

        Wow! Dein Klassenzimmer klingt echt traumhaft. 🙂 Da hat man es natürlich günstig, wenn die Schule so gut ausgestattet ist. Wird das langsam Standard in Klassenzimmern oder hast du da eine seltene Vorreiterrolle?

  3. windrad

    Hallo, das Diskussionsbeispiel ist cool 🙂 – ich wünsche mir direkt eine Klasse, die das mit mir macht!!! Danke Mandy, dass du immer auf unsere Inhalte & Kommentare eingehst. Du investierst sehr viel Zeit. Vielleicht spreche ich da auch nur für mich: bei mir selbst übersteigt der Kurs schon ein wöchentliches Pensum von 2DS… Die vielen Links, puh! Will oft schon gar nix mehr klicken. So, ich mach mich mal an die Aufträge! Arrividerci. Bin gespannt auf dieses Wiki-Zeug. Es gibt schon jede Menge Schnickschnack ;)… Byebye

    Antwort
  4. FrauSchuetze

    Guten Morgen,

    @EpicKur: Ich stelle in letzter Zeit gehäuft fest, dass die Schulen mehr technische Möglichkeiten bekommen- selbst Grundschulen werden mit Ipad-Klassensätzen ausgestattet. Allerdings braucht es auch immer Lehrer, die die Möglichkeiten sinnvoll nutzen und nicht nur, weil sie eben da sind. „Mein“ Raum ist einer von 3 mit interaktivem Whiteboard, meines Wissens stehen in keinem anderen Klassen/Kursraum mehrere Computer (meist ist es nur einer) zusätzlich bereit – dafür gibt es 2 Computerräume. Obwohl wir ein sehr junges Kollegium sind, trauen sich viele nicht an die Technik ran. Das finde ich sehr schade – andererseits ist es gut für mich, so werde ich nicht aus dem Medien-Raum vertrieben und die Schüler haben noch keine Überfluss-Erscheinungen 😉

    @windrad: Ich verstehe es gut, dass die Masse an Links ganz schön erschlagend sein kann. Eigentlich war die Idee, dass die „Medien“ – also die Links oben eine Sammlung darstellt und jeder sich welche raussucht, die er sich anguckt – aber niemalsnicht alle. Deshalb hatte ich von Donat auch den Auftrag, die Links zu kommentieren, damit ihr wisst, was euch dort erwartet und auch tatsächlich auswählen könnt. Aber vermutlich sind einfach alle Links so spannend 😉
    Zum Diskussionsbeispiel: das stimmt, dort ist einiges zusammen gekommen. Ich persönlich finde die ganze Seite allerdings eher leserunfreundlich. Zwischendurch tauchten auch immer mal wieder Meta-Diskussionen auf der Seite auf – Warum Klausuren geschrieben werden müssen und wieso Kommentare so stark gewichtet werden in meinem Bewertungsbogen 😉 Das war nicht uninteressant!

    @FrauNicoletta: passt, Link ist da. Habe dich auch auf der Seminarseite im Wiki verlinkt.

    viele Grüße,
    Mandy

    Antwort
  5. christine müller

    Hallo Mandy,
    noch einmal zu meinem Kommentar weiter oben:
    dann würde ich mir wünschen, dass wir einen Schwerpunkt darauf legen: was für Aufgaben eignen sich für Blogs/Wikis?
    Dankeschön!

    Antwort
    1. FrauSchuetze Autor

      Hallo Christine,
      Laß uns das mal im Hinterkopf behalten! Mal sehen, ob wir es schaffen, konkrete Formulierungen zu sammeln. Insgesamt muss ich sagen, dass ich da auch noch am Ausprobieren bin. Ich sehe auch, wie unterschiedliche Lerngruppen auf die gleichen Aufgaben reagieren.
      Der Unterschied zwischen Weblogs und Wikis ist glaube ich, durch die verschiedenen Beispiele klar geworden. Mit beiden können unterschiedliche Ziele verfolgt werden, das spiegelt sich natürlich auch in den Aufgaben wieder. Wie gesagt: Hinterkopf. Ich mach mir mal ein paar Gedanken, wie wir das sinnvoll zusammentragen können.
      Zur Frage nach einer neuen Aufgabenkultur haben wir schon für das nächste Thema (ab morgen) etwas vorbereitet 🙂
      Viele Grüße,
      Mandy

      Antwort
  6. Pingback: Wochenrückblick – 4. Seminarwoche | Philosophieren mit dem Internet?

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