Wochenrückblick – 6. Seminarwoche

Liebe Seminarteilnehmer,

es macht immer wieder Freude in euren Blogs zu lesen. (Wir hoffen, ihr tut das auch gegenseitig. Wäre schade, wenn ihr das verpasst …)

Verordnungen zum Umgang von Lehrern mit Social Media

Die rechtliche Reglementierung der Social-Media-Nutzung von Lehrern wurde von euch durchaus kontrovers diskutiert. Wir finden es gut, dass ihr eine eigene Meinung zu diesem Thema habt – schließlich betrifft es euch unmittelbar (spätestens dann, wenn im Block B Schüler nach euch in Facebook suchen) …

Es gibt eine breite und bunte Vielfalt von Standpunkten und Argumenten – eine Zusammenfassung ist entsprechend schwierig. Wir versuchen es daher gar nicht erst, sondern wollen auch unseren Senf dazugeben … 😉

Mandy: Ich persönlich sehe das wie diese Kollegin hier: Ihre Erfahrungen decken sich mit meinen. Ich agiere ausschließlich als Lehrer und von Anfang an öffentlich bei Facebook.

Ich nehme alle Freundschaftsanfragen von Schülern an, stelle selbst keine. Gelegentlich beantworte ich inhaltliche Fragen zu Referaten, Terminen, etc – nichts Dramatisches. Ich stelle immer wieder fest, dass die E-Mail als Kommunikationsmittel mehr Hürden (z.B. formale Aspekte: Anrede, Formulierung, Abschluss) aufbaut als eine kurze Nachricht bei Facebook (immerhin mit Anrede und Kontext, selten mit Grußformel). Ich habe auch schon Schüler auf dem Hof direkt darauf angesprochen, ob sie wirklich wollen, dass ihre Lehrerin genau das Foto sieht oder jenen Fakt kennt. Das bringt mehr Schüler dazu, sich mit Datenschutz und Privatsphäreneinstellung auseinanderzusetzen als langweilige Vorträge. 😉

Donat: Grundsätzlich finde ich derartige Reglementierungen problematisch und der Weg, den Mandy geht finde ich gut – auch wenn es sicher nicht der Weg ist, den ich gehen würde. Ein für mich bedenkenswerter Punkt ist die Gefahr der Vermischung von dienstlichen und privaten Angelegenheiten. Jeder benötigt seine Rückzugsräume – egal ob er das nun selbst so sieht oder nicht. Wenn nun Schüler oder Lehrer diese Rückzugsräume nicht mehr haben, weil jeder den anderen immer erreichen kann, dann ist das für mich ein Problem.

Aus Lehrersicht: Wenn ich in Social Communities für Schüler „zugänglich“ bin, dann müsste ich alle Schüler als „Freunde“ akzeptieren (um niemand das Gefühl von Benachteiligung zu geben). Ich würde mich genötigt fühlen, auf Nachrichten zu reagieren. — Oder um es ein wenig anders zu formulieren: Kann ich wollen, dass ich in meiner Freizeit jedem beliebigen Schüler zur Kommunikation zur Verfügung stehe?

Mein Verstand sagt mir, dass ich mich hiervor schützen sollte, auch und gerade, weil ich weiß, dass es mir persönlich schwer fällt, eine Grenze zwischen Privatem und Dienstlichem zu ziehen. Eine andere Frage ist, ob mein Arbeitgeber das Recht hat, sich auch an dieser Stelle von seiner paternalistischen Seite zu zeigen …

Weitere zentrale Argumente:

  • Persönlichkeitsrechte des Lehrers
  • (gefühlte) Benachteiligung von nicht bei SC angemeldeten Schülern oder von Schülern, deren Freundschaftsanfrage nicht angenommen wurde
  • Datenschutz (Weitergabe dienstlicher Informationen)

Weiterführende Fragestellung: Die Verordnungen betreffen nicht nur Social Communities, sondern Social Media im Allgemeinen. Wie sieht das mit Wikis, Blogs, Cloud-Tools aus? Eine Dropbox mit Tafelbildern kann bspw. durchaus zweckmäßig sein … Und wenn man für bestimmte Social Media eine Ausnahme macht: Wo zieht man die Grenze? Ab welchem Grad informeller Kommunikationsmöglichkeiten?

Rechtliches, Allzurechtliches

Eine kurze Auflistung eurer Arbeitsergebnisse:

Uns gefallen eure Arbeitsergebnisse gut und wir hoffen, dass ihr bei einem späteren Social-Media-Einsatz im Unterricht auf eure Ausarbeitungen zurückgreifen könnt. Weitere Möglichkeiten zur Getaltung einer solchen „Rechtsbelehrung“ findet ihr hier:

Einen letzter Hinweis zum Thema Recht: Auch der allgemeindiaktisch ausgerichtete SOOC thematisiert heute (!!) sowie kommenden Dienstag Rechtsfragen und bietet Live-Sessions mit Fachexperten an. Klare Empfehlung unsererseits.

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Ein Gedanke zu „Wochenrückblick – 6. Seminarwoche

  1. pawlow0

    Mal abgesehen davon, dass ich eine andere Meinung in der Facebook-Diskussion vertrete find ich die Verlinkung des SZ-Lehrer-Blogs schön, les ich unterwegs gerne 😉

    Antwort

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