Archiv der Kategorie: Woche 1

Wochenrückblick – 1. Seminarwoche

Die erste Woche stand unter dem Motto: „Social Media im Philosophischen Unterricht nutzen?!“ Wir sind begeistert über eure Kommentare – sowohl in quantitativer als auch qualitativer Hinsicht.

Diskussionsergebnisse

Erstaunlich für uns:  Der Wechsel der Leitmedien blieb als solcher unhinterfragt. Konsens innerhalb der Seminarleitung ist, dass ein solcher „Shift“ zumindest im Gange ist.
Für eine bessere Übersicht sind hier noch einmal alle wesentlichen Argumente zusammengefasst (Ergänzung erwünscht!). Darauf werden wir am Ende des Seminars noch einmal zurückkommen.

Umfrage und Anmerkungen zum Seminar

Zu unserer Umfrage: Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Das Gros der Teilnehmer studiert LA an Gymnasien. Leider sind keine GS-Studierende dabei, dafür aber ein paar BS-Studierende.
Social Media werden von nahezu allen Teilnehmern genutzt – zumindest was Social Communities, Messenger und Cloud-Dienste angeht. Alle anderen Tools spielen für euch eine nebengeordnete oder keine Rolle. Entsprechend erhofft sich ein Großteil von euch sowohl technische als auch rechtliche Hinweise. Im Mittelpunkt stehen für euch jedoch didaktische Fragen. Insofern deckt sich das weitestgehend mit unseren Anliegen und Zielen. Unser Hauptaugenmerk wird auf den Möglichkeiten von Social Media für den philosophischen Unterricht liegen. Da es bereits viel Literatur allgemein zum Thema gibt (auf die wir dann entsprechend verweisen), ist der Fachbezug für uns als Seminarleitung besonders wichtig.

Hinweis und Erinnerung

In unserer google+-Gruppe werden u.a. technische und  organisatorische Fragen geklärt.  Es ist wichtig für das Seminar, dass hier alle beitreten.

Bis Dienstag zum neuen Thema!
Mandy und Donat

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1. Woche: Social Media im philosophischen Unterricht – wie soll das gehen?

Vorbemerkungen Social Media

Als Social Media werden alle Möglichkeiten bezeichnet, das Internet interaktiv zu nutzen, also etwas ins Internet reinzuschreiben, statt nur zu konsumieren. Dazu zählen z.B. Weblogs, Soziale Netzwerke, Bildercommunities, Foren, Wikis (wie Wikipedia) etc. Social Media wird in vielen Lebenssituationen genutzt, auch unsere Schüler nutzen es. Die Frage ist nun, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um es sinnvoll und gewinnbringend im philosophischen Unterricht einzusetzen, welche Tools es gibt (worin die Unterschiede bestehen) und welche Probleme auftreten können.  Aber erstmal langsam – wir nähern uns diesen Themen schrittweise. Da wir nicht mit euch am Computer sitzen, bitten wir euch, bei Problemen, Fragen oder sonstigen Hinderungsgründen ganz schnell mit uns Kontakt aufzunehmen. Das geht am besten über Kommentare hier im Blog. Schließlich wollen wir ja miteinander ins Gespräch kommen.

Medien

Warum sollten wir Social Media im philosophischen Unterricht einsetzen – sollten wir das überhaupt?

Leitmedienwechsel

Unter Leitmedienwechsel versteht man den Wechsel von der Buchgesellschaft hin zur digitalen Lebensweise. Diese wird insbesondere für unsere Schüler in ihrer Zukunft Realität sein. Dazu ein Artikel von Jöran Muuß-Merholz: Leitmedienwechsel – Schule und Lernen in digitaler Vernetzung.

Für Lehrer ergibt sich daraus eine neue Arbeitsweise. Hier hat ein Lehrer seine PLE – Persönliche Lernumgebung (Personal Learning Environment) dargestellt. Bitte denkt im Laufe des Seminars über eure nach.

Die spannende Frage für uns im Seminar wird sein, ob und wie ich all dieses Tools im Unterricht sinnvoll einsetzen kann/sollte – und vor allem, wie diese Tools für den philosophischen Unterricht fruchtbar gemacht werden können, wie sie Reflexionsmöglichkeiten eröffnen.

Dahingehend ist es natürlich spannend, sich einmal anzuschauen, was philosophischer Unterricht erreichen will.

Zuweilen wird in der Fachdidaktik ein eher technikkritischer Standpunkt vertreten:

Christian Zelger: Sapere aude Reloaded

[Es hat sich] gezeigt, dass unter anderem das Internet eine neue Entmündigung des Menschen begünstigt. Erstens: Die ansteigende Digitalisierung von Inhalten jeder Art […] bedingt eine zunehmende Einseitigkeit bei Quellen und Recherchemethoden. Zweitens: Gleichzeitig sind die Vorteile, die diese Technik bietet […] kein Garant für umfassender informierte Menschen […] Drittens: Es gibt genügend stets verfügbare Angebote, die kreative Arbeitsprozesse abnehmen und so die Illusion einer Leistung erzeugen. […]

[D]ie Freiheit als Bedingung für aufgeklärtes Denken wird durch die Vereinnahmung durch […] virtuelle[…] Welten eingeschränkt. […] Eine konstante Ablenkung durch Handys, Computer, Fernsehgeräte und Spielekonsolen, die Spaß und Unterhaltung sofort und ohne Ende versprechen, bedingen eine immer häufiger zu beobachtende Fähigkeit, sich länger als eine Viertelstunde auf eine Sache zu konzentrieren. […]

Im alten Rom wusste man bereits, dass man mit „panem et circenses“ Menschen ruhig stellen und von einem aktiven Gebrauch ihres Verstandes abhalten kann. Das Internet dürfte wohl das größte „Spiel“ überhaupt sein. […] Autonomes Denken braucht Platz – räumlich wie zeitlich -, aber diesen Platz nehmen die elektronischen Medien ein, die die Welt reduzieren – zum Beispiel auf 1280×10224 Pixel und 128 kbps – und oft nur Illusion statt Realität wiedergeben. […] Der Philosophieunterricht sollte hier […] auch einmal gegen den Strom schwimmen, gegen einen blinden Fortschrittsglauben und gegen eine oft unbegründete Technophilie.

(Zelger, Christian: Sapere aude Reloaded – Philosophie-Unterricht als neue Aufklärung. In: Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik. Hannover, Siebert, 2/2008, S. 164-169.)

Aber: Ist damit schon alles gesagt? Sollte sich philosophischer Unterricht tatsächlich von den Medien abwenden, die für Schüler Leitmedien darstellen, diese allenfalls kritisch und argwöhnisch reflektieren?

Arbeitsaufträge

  • Lies den Text sowie die verlinkten Seiten im Abschnitt „Medien“ – sie geben dir einen ersten Überblick über unser Thema.
  • Kommentiere hier im Blog, dass du dabei bist. Schreibe mit deinem Pseudonym, was dich das ganze Semester lang begleiten wird und füge 3 prägnante Schlagworte zu dir hinzu, z.B. bei mir wäre das „Frau Schütze: Lehrerin, Offene Bildungsressourcen und Weblogs.“
  • Fülle unsere Umfrage aus. Sie gibt uns einen Einblick in Vorwissen und Ziele der Seminarteilnehmer und hilft uns damit unser Seminar passender zu euren Interessen zu gestalten.
  • Erinnerung: Maile deine Adresse, mit der du bei Google+ angemeldet bist an Mandy (mandy.schuetze (at) gmx.net) oder Donat (donat.schmidt (at) tu-dresden.de). (Für die Google+-Gruppe.)
  • Positioniere dich zur Frage: „Sollte man das Internet im philosophischen Unterricht nutzen?“ in den Kommentaren.